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Lärm-Glossar: Begriffe rund um Gehörschutz

In Gefährdungsbeurteilungen, Datenblättern und auf Verpackungen stehen Kürzel, die nicht jeder kennt. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe in einfachen Worten und verweist auf die Beiträge mit den Einzelheiten.

Stand 18. Oktober 2026, DS SafetyWear Arbeitsschutzprodukte GmbH

Pegel und Messgrößen

BegriffBedeutung
dB (Dezibel)Logarithmisches Maß für den Schalldruckpegel. Eine Erhöhung um 3 dB bedeutet etwa die doppelte Schallenergie; deshalb sinkt der Tageswert um 3 dB, wenn sich die Einwirkzeit halbiert.
dB(A), LAA-bewerteter Schalldruckpegel, auch Schallpegel genannt. Die A-Bewertung bildet das Hörempfinden des Menschen nach und ist die Grundlage der Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel.
dB(C), LCC-bewerteter Pegel. Er bewertet tiefe Frequenzen weniger stark ab als die A-Bewertung. Der Spitzenschalldruckpegel und die SNR-Methode arbeiten damit.
LAeqÄquivalenter Dauerschallpegel, A-bewertet: der zeitlich gemittelte Pegel eines schwankenden Geräusches.
LEX,8hTages-Lärmexpositionspegel: der über die Zeit gemittelte Pegel, bezogen auf eine Achtstundenschicht, der alle Schallereignisse am Arbeitsplatz erfasst. Siehe Tageswert berechnen.
LEX,40hWochen-Lärmexpositionspegel: der gemittelte Tageswert, bezogen auf eine 40-Stunden-Woche.
LpC,peakSpitzenschalldruckpegel: der höchste Wert des momentanen Schalldruckpegels, C-bewertet. Siehe Impulslärm.
Oktavband, LfPegel in einem Frequenzband mit der Mittenfrequenz f in Hertz. Dämmwerte und Messungen werden je Oktavband angegeben.
Lärm (rechtlich)Jeder Schall, der das Hörvermögen beeinträchtigen oder auf andere direkte oder indirekte Weise Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gefährden kann (§ 2 Abs. 1 LärmVibrationsArbSchV).
Infraschall, tieffrequenter Schall, UltraschallInfraschall liegt bei etwa 1 bis 16 Hz, tieffrequenter Hörschall bei 16 bis 140 Hz, Ultraschall beginnt bei 16 kHz (DGUV Regel 112-194, Abschnitte 6.9 und 6.10).

Recht und Pflichten

BegriffBedeutung
AuslösewertSchwelle, ab der Pflichten greifen: untere Auslösewerte 80 dB(A) und 135 dB(C), obere 85 dB(A) und 137 dB(C). Die Wirkung von Gehörschutz bleibt dabei unberücksichtigt. Siehe Gehörschutz-Pflicht.
LärmbereichBereich, in dem ein oberer Auslösewert überschritten werden kann; er ist zu kennzeichnen. Siehe Lärmbereiche kennzeichnen.
LärmVibrationsArbSchVLärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, die rechtliche Grundlage in Deutschland.
TRLV LärmTechnische Regeln zur LärmVibrationsArbSchV; sie konkretisieren die Verordnung, zum Beispiel zu Messung und Beurteilung.
DGUV Regel 112-194Regel „Benutzung von Gehörschutz“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Sie beschreibt Auswahl, Benutzung und Unterweisung.
GefährdungsbeurteilungErmittlung und Bewertung der Gefährdungen am Arbeitsplatz. Siehe Gefährdungsbeurteilung Lärm.
Arbeitsmedizinische VorsorgeBeratung und Untersuchung durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt. Siehe Vorsorge bei Lärm.
BK 2301Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit. Siehe Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit.
STOP-PrinzipRangfolge der Schutzmaßnahmen: Substitution, technische, organisatorische, personenbezogene Maßnahmen. Gehörschutz gehört zur letzten Stufe. Siehe Rangfolge der Maßnahmen.
fachkundigWer die für eine Aufgabe nötigen Fachkenntnisse hat, in der Regel durch Berufsausbildung oder Berufserfahrung und spezifische Fortbildungen (§ 2 Abs. 7 LärmVibrationsArbSchV).

Gehörschutz und Dämmwerte

BegriffBedeutung
SNRSingle Number Rating: ein Einzahlwert in dB für die mittlere Dämmung eines Gehörschützers. Siehe SNR und H/M/L.
H, M, LDämmwerte für hohe (High), mittlere (Medium) und tiefe (Low) Frequenzen.
APVAssumed Protection Value, die angenommene Schutzwirkung je Oktavband: Mittelwert minus Standardabweichung der Laborprüfung.
PNRPredicted Noise Level Reduction, der Pegelminderungswert der HML-Methode (DIN EN 458).
Restpegel, L'Der Pegel, der unter dem Gehörschutz am Ohr wirksam ist. Das Strichsymbol an L' kennzeichnet den Pegel am Ohr, zum Beispiel L'EX,8h oder L'pC,peak. Siehe Restpegel berechnen.
Praxisabschlag, KsAbzug vom M- bzw. L-Wert, weil Gehörschutz in der Praxis weniger dämmt als im Labor: 9, 5 oder 3 dB je Art.
HML-CheckVereinfachtes Rechenverfahren der DGUV Regel 112-194: Restpegel = Lärmpegel − (M − Ks) bzw. − (L − Ks).
Geräuschklasse HM, LEinteilung des Lärms: mittel- bis hochfrequent (LC − LA bis 5 dB) oder überwiegend tieffrequent (LC − LA über 5 dB).
ÜberprotektionZu viel Dämmung: ein Restpegel unter 70 dB(A), bei dem Verständigung und Isolationsgefühl zu prüfen sind. Siehe Überprotektion.
Qualifizierte BenutzungPraktische Unterweisung mindestens viermal im Jahr mit Dokumentation; der Praxisabschlag entfällt. Siehe Qualifizierte Benutzung.
Kennzeichen W, X, S, V, EZusatzkennzeichen für Signalhörbarkeit und besondere Einsatzbereiche. Siehe Warnsignale hören.
OtoplastikIndividuell angepasster Gehörschutz. Die Funktionskontrolle durch das Unternehmen erfolgt spätestens alle drei Jahre.
EN 352Normenreihe für Gehörschützer: Teil 1 Kapselgehörschützer, Teil 2 Gehörschutzstöpsel, Teil 3 Kapselgehörschützer am Industrieschutzhelm. Siehe EN 352.
PSA Kategorie IIIHöchste Risikokategorie der PSA-Verordnung (EU) 2016/425; Gehörschutz gehört dazu. Siehe CE-Kennzeichnung.
Notifizierte StellePrüfstelle, die die EU-Baumusterprüfung durchführt und die Produktion überwacht; ihre vierstellige Nummer steht hinter dem CE-Zeichen. Siehe EU-Baumusterprüfbescheinigung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dB(A) und dB(C)?

Beides sind frequenzbewertete Schalldruckpegel. dB(A) bildet das menschliche Hörempfinden nach und ist die Grundlage der Auslösewerte für den Tagespegel; dB(C) bewertet tiefe Frequenzen weniger stark ab und wird für den Spitzenschalldruckpegel und die SNR-Methode verwendet.

Was bedeutet LEX,8h?

Der Tages-Lärmexpositionspegel: der über die Zeit gemittelte Lärmexpositionspegel, bezogen auf eine Achtstundenschicht (§ 2 Abs. 2 LärmVibrationsArbSchV).

Was heißt SNR bei Gehörschutz?

Single Number Rating, ein einzelner Wert in Dezibel, der die mittlere Schalldämmung eines Gehörschützers zusammenfasst.

Was sind H, M und L?

Die Dämmung für hohe, mittlere und tiefe Frequenzen. Für die Auswahl rechnet man bei mittel- bis hochfrequentem Lärm mit dem M-Wert, bei tieffrequentem mit dem L-Wert.

Was bedeutet ein Strich bei L'EX,8h?

Der Strich kennzeichnet den Pegel, der unter dem Gehörschutz am Ohr wirksam ist, also den Restpegel.

Quellen