Pegel und Messgrößen
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| dB (Dezibel) | Logarithmisches Maß für den Schalldruckpegel. Eine Erhöhung um 3 dB bedeutet etwa die doppelte Schallenergie; deshalb sinkt der Tageswert um 3 dB, wenn sich die Einwirkzeit halbiert. |
| dB(A), LA | A-bewerteter Schalldruckpegel, auch Schallpegel genannt. Die A-Bewertung bildet das Hörempfinden des Menschen nach und ist die Grundlage der Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel. |
| dB(C), LC | C-bewerteter Pegel. Er bewertet tiefe Frequenzen weniger stark ab als die A-Bewertung. Der Spitzenschalldruckpegel und die SNR-Methode arbeiten damit. |
| LAeq | Äquivalenter Dauerschallpegel, A-bewertet: der zeitlich gemittelte Pegel eines schwankenden Geräusches. |
| LEX,8h | Tages-Lärmexpositionspegel: der über die Zeit gemittelte Pegel, bezogen auf eine Achtstundenschicht, der alle Schallereignisse am Arbeitsplatz erfasst. Siehe Tageswert berechnen. |
| LEX,40h | Wochen-Lärmexpositionspegel: der gemittelte Tageswert, bezogen auf eine 40-Stunden-Woche. |
| LpC,peak | Spitzenschalldruckpegel: der höchste Wert des momentanen Schalldruckpegels, C-bewertet. Siehe Impulslärm. |
| Oktavband, Lf | Pegel in einem Frequenzband mit der Mittenfrequenz f in Hertz. Dämmwerte und Messungen werden je Oktavband angegeben. |
| Lärm (rechtlich) | Jeder Schall, der das Hörvermögen beeinträchtigen oder auf andere direkte oder indirekte Weise Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gefährden kann (§ 2 Abs. 1 LärmVibrationsArbSchV). |
| Infraschall, tieffrequenter Schall, Ultraschall | Infraschall liegt bei etwa 1 bis 16 Hz, tieffrequenter Hörschall bei 16 bis 140 Hz, Ultraschall beginnt bei 16 kHz (DGUV Regel 112-194, Abschnitte 6.9 und 6.10). |
Recht und Pflichten
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Auslösewert | Schwelle, ab der Pflichten greifen: untere Auslösewerte 80 dB(A) und 135 dB(C), obere 85 dB(A) und 137 dB(C). Die Wirkung von Gehörschutz bleibt dabei unberücksichtigt. Siehe Gehörschutz-Pflicht. |
| Lärmbereich | Bereich, in dem ein oberer Auslösewert überschritten werden kann; er ist zu kennzeichnen. Siehe Lärmbereiche kennzeichnen. |
| LärmVibrationsArbSchV | Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, die rechtliche Grundlage in Deutschland. |
| TRLV Lärm | Technische Regeln zur LärmVibrationsArbSchV; sie konkretisieren die Verordnung, zum Beispiel zu Messung und Beurteilung. |
| DGUV Regel 112-194 | Regel „Benutzung von Gehörschutz“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Sie beschreibt Auswahl, Benutzung und Unterweisung. |
| Gefährdungsbeurteilung | Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen am Arbeitsplatz. Siehe Gefährdungsbeurteilung Lärm. |
| Arbeitsmedizinische Vorsorge | Beratung und Untersuchung durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt. Siehe Vorsorge bei Lärm. |
| BK 2301 | Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit. Siehe Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit. |
| STOP-Prinzip | Rangfolge der Schutzmaßnahmen: Substitution, technische, organisatorische, personenbezogene Maßnahmen. Gehörschutz gehört zur letzten Stufe. Siehe Rangfolge der Maßnahmen. |
| fachkundig | Wer die für eine Aufgabe nötigen Fachkenntnisse hat, in der Regel durch Berufsausbildung oder Berufserfahrung und spezifische Fortbildungen (§ 2 Abs. 7 LärmVibrationsArbSchV). |
Gehörschutz und Dämmwerte
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| SNR | Single Number Rating: ein Einzahlwert in dB für die mittlere Dämmung eines Gehörschützers. Siehe SNR und H/M/L. |
| H, M, L | Dämmwerte für hohe (High), mittlere (Medium) und tiefe (Low) Frequenzen. |
| APV | Assumed Protection Value, die angenommene Schutzwirkung je Oktavband: Mittelwert minus Standardabweichung der Laborprüfung. |
| PNR | Predicted Noise Level Reduction, der Pegelminderungswert der HML-Methode (DIN EN 458). |
| Restpegel, L' | Der Pegel, der unter dem Gehörschutz am Ohr wirksam ist. Das Strichsymbol an L' kennzeichnet den Pegel am Ohr, zum Beispiel L'EX,8h oder L'pC,peak. Siehe Restpegel berechnen. |
| Praxisabschlag, Ks | Abzug vom M- bzw. L-Wert, weil Gehörschutz in der Praxis weniger dämmt als im Labor: 9, 5 oder 3 dB je Art. |
| HML-Check | Vereinfachtes Rechenverfahren der DGUV Regel 112-194: Restpegel = Lärmpegel − (M − Ks) bzw. − (L − Ks). |
| Geräuschklasse HM, L | Einteilung des Lärms: mittel- bis hochfrequent (LC − LA bis 5 dB) oder überwiegend tieffrequent (LC − LA über 5 dB). |
| Überprotektion | Zu viel Dämmung: ein Restpegel unter 70 dB(A), bei dem Verständigung und Isolationsgefühl zu prüfen sind. Siehe Überprotektion. |
| Qualifizierte Benutzung | Praktische Unterweisung mindestens viermal im Jahr mit Dokumentation; der Praxisabschlag entfällt. Siehe Qualifizierte Benutzung. |
| Kennzeichen W, X, S, V, E | Zusatzkennzeichen für Signalhörbarkeit und besondere Einsatzbereiche. Siehe Warnsignale hören. |
| Otoplastik | Individuell angepasster Gehörschutz. Die Funktionskontrolle durch das Unternehmen erfolgt spätestens alle drei Jahre. |
| EN 352 | Normenreihe für Gehörschützer: Teil 1 Kapselgehörschützer, Teil 2 Gehörschutzstöpsel, Teil 3 Kapselgehörschützer am Industrieschutzhelm. Siehe EN 352. |
| PSA Kategorie III | Höchste Risikokategorie der PSA-Verordnung (EU) 2016/425; Gehörschutz gehört dazu. Siehe CE-Kennzeichnung. |
| Notifizierte Stelle | Prüfstelle, die die EU-Baumusterprüfung durchführt und die Produktion überwacht; ihre vierstellige Nummer steht hinter dem CE-Zeichen. Siehe EU-Baumusterprüfbescheinigung. |
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen dB(A) und dB(C)?
Beides sind frequenzbewertete Schalldruckpegel. dB(A) bildet das menschliche Hörempfinden nach und ist die Grundlage der Auslösewerte für den Tagespegel; dB(C) bewertet tiefe Frequenzen weniger stark ab und wird für den Spitzenschalldruckpegel und die SNR-Methode verwendet.
Was bedeutet LEX,8h?
Der Tages-Lärmexpositionspegel: der über die Zeit gemittelte Lärmexpositionspegel, bezogen auf eine Achtstundenschicht (§ 2 Abs. 2 LärmVibrationsArbSchV).
Was heißt SNR bei Gehörschutz?
Single Number Rating, ein einzelner Wert in Dezibel, der die mittlere Schalldämmung eines Gehörschützers zusammenfasst.
Was sind H, M und L?
Die Dämmung für hohe, mittlere und tiefe Frequenzen. Für die Auswahl rechnet man bei mittel- bis hochfrequentem Lärm mit dem M-Wert, bei tieffrequentem mit dem L-Wert.
Was bedeutet ein Strich bei L'EX,8h?
Der Strich kennzeichnet den Pegel, der unter dem Gehörschutz am Ohr wirksam ist, also den Restpegel.
Quellen
- DGUV Regel 112-194, Anhang 8 Abkürzungsverzeichnis für schalltechnische Mess- und Beurteilungsgrößen
- Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV)
- DGUV Regel 112-194 „Benutzung von Gehörschutz“, Ausgabe September 2024
- DGUV Regel 112-194, Kapitel 6 Auswahl (Dämmung, Ergonomie, Arbeitsumgebung, Signalhörbarkeit)