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SNR-Wert und H/M/L: was die Dämmwerte bedeuten

Auf jeder Packung Gehörschutz steht ein SNR-Wert, oft dazu drei Werte für H, M und L. Hier steht, was die Zahlen aussagen, wie man mit ihnen rechnet und warum der höchste Wert nicht automatisch der beste ist.

Stand 5. Oktober 2026, DS SafetyWear Arbeitsschutzprodukte GmbH

Was bedeutet SNR?

SNR steht für Single Number Rating: ein einzelner Wert in Dezibel, der die mittlere Schalldämmung eines Gehörschützers zusammenfasst. Er stammt aus einer Laborprüfung mit Versuchspersonen und wird nach EN ISO 4869-2 berechnet. Nach der SNR-Methode zieht man ihn vom C-bewerteten Pegel am Arbeitsplatz ab und erhält den A-bewerteten Pegel am Ohr. Laut DGUV Regel 112-194 liegt der SNR im Mittel 3 bis 4 dB über dem M-Wert und beschreibt die Dämmung nur grob.

In der Praxis sitzt Gehörschutz selten so perfekt wie im Labor. Deshalb zieht die DGUV Regel 112-194 bei der Auswahl einen Praxisabschlag vom M- bzw. L-Wert ab: 9 dB bei formbaren Schaumstöpseln, 5 dB bei vorgeformten Stöpseln, Bügelstöpseln und Kapselgehörschützern, 3 dB bei Otoplastiken mit Funktionskontrolle.

Wie der Wert entsteht

Im Prüflabor tragen Versuchspersonen den Gehörschutz, gemessen wird ihre Hörschwelle mit und ohne Schutz in Oktavbändern von 125 bis 8000 Hz. Für jedes Band entsteht ein Mittelwert der Dämmung und eine Standardabweichung. Der Mittelwert minus eine Standardabweichung ist die angenommene Schutzwirkung (APV). Diese Dämmung erreichen rund 84 Prozent der Träger, deshalb steht in neueren Gebrauchsanweisungen oft H84, M84 und L84.

Die vollständige Tabelle mit den Werten je Frequenz steht in jeder Gebrauchsanweisung unter „Mindestdämpfung“. Bei EarProtect finden Sie sie auf jeder Produktseite unter Downloads.

H, M und L: hohe, mittlere, tiefe Töne

H, M und L geben die Dämmung für hochfrequenten (High), mittelfrequenten (Medium) und tieffrequenten (Low) Lärm an. Die DGUV Regel 112-194 teilt Arbeitslärm für die Auswahl in zwei Klassen: mittel- bis hochfrequent (HM), etwa Schleifen, Sägen und Druckluft, und überwiegend tieffrequent (L), etwa Bagger, Kolbenkompressoren und Strahlanlagen.

Ein Beispiel aus dem Sortiment: Der Kapselgehörschutz EP903 hat nur SNR 29 dB, aber H 36 dB und dämmt hohe Töne damit stärker als der EP902 mit SNR 33 dB (H 34). Bei tiefen Tönen ist es umgekehrt: L 18 gegen L 23 dB.

Geräuschklassen nach DGUV Regel 112-194 (2024), Anhang 2, Tabellen 6 und 7, Auszug. Die Einstufung erfolgt durch Hörprobe oder über die Differenz von C- und A-bewertetem Pegel.
GeräuschklasseBeispiele aus der DGUV-RegelGerechnet wird mit
HM, mittel- bis hochfrequent (LC − LA ≤ 5 dB)Schleif- und Trennschleifmaschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Druckluftdüsen, Schlagschrauber, Elektro-Nagler, GetränkeabfüllanlagenM-Wert
L, überwiegend tieffrequent (LC − LA > 5 dB)Bagger, Planierraupen, Kolbenkompressoren, Strahlanlagen, Metall-Druckgießmaschinen, ÖfenL-Wert

So rechnen Sie den Restpegel aus

Für die betriebliche Praxis beschreibt die DGUV Regel 112-194 den HML-Check: Das Geräusch wird als mittel- bis hochfrequent oder tieffrequent eingestuft, dann gilt Restpegel am Ohr = Lärmpegel − (M − Praxisabschlag), bei tieffrequentem Lärm Lärmpegel − (L − Praxisabschlag). Beispiel: Schleifarbeitsplatz mit 100 dB(A), Einweg-Schaumstöpsel EP1227 mit M 35 dB, Abschlag 9 dB: 100 − (35 − 9) = 74 dB(A) am Ohr. Das liegt im empfohlenen Bereich von 70 bis 80 dB(A).

Den SNR einfach vom A-bewerteten Pegel abzuziehen, ist dagegen ungenau: Die SNR-Methode setzt den C-bewerteten Pegel voraus. Noch genauer als der HML-Check sind die HML-Methode mit A- und C-bewertetem Pegel und die Oktavband-Methode; beide brauchen Messwerte vom Arbeitsplatz.

Ohne Praxisabschlag darf nur rechnen, wer Gehörschutz qualifiziert benutzt: Unterweisung mit praktischen Übungen mindestens viermal im Jahr, dokumentiert. So steht es in der DGUV Regel 112-194, Abschnitt 6.2.5. Wie eine Unterweisung abläuft, steht unter Unterweisung Gehörschutz.

Mehr Dämmung ist nicht automatisch besser. Unter 70 dB(A) am Ohr spricht man von Überprotektion: Warnsignale und Sprache werden schlechter wahrgenommen.

Dämmwerte aller EarProtect-Produkte

Dämmwerte der EarProtect-Produkte
ProduktSNRHMLAbschlagEmpfohlen, Lärm HMEmpfohlen, Lärm L
Einweg-Ohrstöpsel aus Schaumstoff EP1227BWG373735309 dB96–106 dB(A)91–101 dB(A)
Ohrstöpsel mit Kordel aus Schaumstoff EP1227CBWG373735309 dB96–106 dB(A)91–101 dB(A)
Einweg-Ohrstöpsel im Aufbewahrungsetui EP1227BWGB373735309 dB96–106 dB(A)91–101 dB(A)
Detektierbare Ohrstöpsel in Blau EP1227BD373735309 dB96–106 dB(A)91–101 dB(A)
Mehrweg-Ohrstöpsel aus Silikon EP001Y323229285 dB94–104 dB(A)93–103 dB(A)
Mehrweg-Ohrstöpsel aus TPE EP002B323329285 dB94–104 dB(A)93–103 dB(A)
Bügelgehörschutz EP100BY293226245 dB91–101 dB(A)89–99 dB(A)
Bügelgehörschutz mit konischen Stöpseln EP102BO273024225 dB89–99 dB(A)87–97 dB(A)
Kapselgehörschutz EP902 EP902333431235 dB96–106 dB(A)88–98 dB(A)
Kapselgehörschutz EP901 EP901313329215 dB94–104 dB(A)86–96 dB(A)
Kapselgehörschutz EP906 EP906303328205 dB93–103 dB(A)85–95 dB(A)
Kapselgehörschutz EP903 EP903293626185 dB91–101 dB(A)83–93 dB(A)
Kapselgehörschutz EP905 EP905293426195 dB91–101 dB(A)84–94 dB(A)
Kapselgehörschutz EP904 EP904283325185 dB90–100 dB(A)83–93 dB(A)

Alle Werte in dB. Empfohlen: Arbeitsplatzpegel mit 70 bis 80 dB(A) am Ohr nach dem HML-Check der DGUV Regel 112-194, HM = mittel- bis hochfrequenter Lärm (M − Abschlag), L = tieffrequenter Lärm (L − Abschlag).

Häufige Fragen

Was ist ein guter SNR-Wert?

Das sagt der SNR allein nicht. Entscheidend ist, was am Ohr ankommt: 70 bis 80 dB(A), gerechnet mit dem M- oder L-Wert minus Praxisabschlag. Bei 100 dB(A) passt eine wirksame Dämmung von 20 bis 30 dB; bei 90 dB(A) ist sehr starker Gehörschutz eher zu viel.

Ist SNR 37 besser als SNR 30?

Nicht grundsätzlich. SNR 37 dämmt stärker, kann bei mittleren Pegeln aber zu Überprotektion führen. Entscheidend ist der Restpegel am Ohr.

Was bedeutet H 34, M 31, L 23?

Der Gehörschutz dämmt hohe Frequenzen um 34 dB, mittlere um 31 dB und tiefe um 23 dB. Die Werte stammen aus der Baumusterprüfung nach EN 352.

Wo steht der SNR-Wert?

Auf der Verpackung und in der Gebrauchsanweisung. Bei EarProtect finden Sie ihn außerdem auf jeder Produktseite und im Datenblatt.

Quellen