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Gehörschutz unter 80 dB(A): wann ist er sinnvoll?

Unter 80 dB(A) schreibt das Recht keinen Gehörschutz vor, und eine Lärmschwerhörigkeit ist dort nach heutigem Stand nicht zu erwarten. Trotzdem wird er manchmal erwogen. Die DGUV Regel 112-194 behandelt diesen Fall in einem eigenen Kapitel.

Stand 18. Oktober 2026, DS SafetyWear Arbeitsschutzprodukte GmbH

Keine Pflicht und keine Gehörgefahr

Unterhalb eines Tages-Lärmexpositionspegels von 80 dB(A) ist Gehörschutz nach Kapitel 11 der Regel nicht vorgeschrieben. Es besteht nach aktuellem Stand keine Gefahr einer Lärmschwerhörigkeit, und es gibt keine gesetzliche Pflicht. Das ist der untere Auslösewert; die Pflichten darüber stehen unter Gehörschutz-Pflicht. Einzelne laute Impulse sind davon getrennt zu betrachten (Impulslärm).

Wann er trotzdem sinnvoll sein kann

Gehörschutz kann sinnvoll sein, um Lärmfolgen zu verringern, die nicht über das Gehör wirken, etwa Stress oder Konzentrationsprobleme. Vorrang haben aber andere Maßnahmen, zum Beispiel raumakustische Verbesserungen nach ASR A3.7. Für die Auswahl gilt das STOP-Prinzip: erst Substitution, dann technische, organisatorische und zuletzt personenbezogene Maßnahmen (Rangfolge der Maßnahmen).

Was zu beachten ist

  • Überschutz vermeiden: Der Schall soll nicht stärker gedämmt werden als nötig. Rechnerisch dämmt schon der leichteste EarProtect-Gehörschutz bei 80 dB(A) mehr als nötig (Bügelgehörschutz EP102BO: 80 − (24 − 5) = 61 dB(A)). Siehe Überprotektion.
  • Hören bleibt wichtig: Sprachverständlichkeit und das Hören von Warnsignalen müssen erhalten bleiben (Warnsignale und Sprache).
  • Nicht überall erlaubt: Es gibt Tätigkeiten, bei denen solcher Schutz unter 80 dB(A) nicht erlaubt ist, etwa beim Führen von Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr.

Abgrenzung

Dieser Beitrag betrifft den Pegelbereich unterhalb des unteren Auslösewerts. Liegt der Tageswert über 80 dB(A) oder der Spitzenpegel über 135 dB(C), muss der Arbeitgeber geeigneten Gehörschutz bereitstellen, und die Auswahl richtet sich nach dem Restpegel am Ohr. Welche Pegel typische Tätigkeiten erreichen, zeigt die Lärmpegel-Tabelle.

Häufige Fragen

Braucht man Gehörschutz unter 80 dB(A)?

Nein, es besteht keine gesetzliche Pflicht, und nach aktuellem Stand besteht keine Gefahr einer Lärmschwerhörigkeit (DGUV Regel 112-194, Kapitel 11).

Kann Gehörschutz unter 80 dB(A) sinnvoll sein?

Ja, um nicht über das Gehör wirkende Lärmfolgen wie Stress oder Konzentrationsprobleme zu verringern. Vorrang haben raumakustische Verbesserungen nach ASR A3.7 und das STOP-Prinzip.

Was bedeutet Überschutz?

Der Schall wird stärker gedämmt als nötig. Das beeinträchtigt Sprachverständlichkeit und Warnsignale und vermittelt ein Isolationsgefühl.

Wo ist Gehörschutz unter 80 dB(A) nicht erlaubt?

Zum Beispiel beim Führen von Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr (Kapitel 11).

Quellen